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Daniela Finkes Fotografien wirken wie Schnappschüsse und
haben zugleich die Anmutung eines Gemäldes. Die fotorealistische
Wirkung, die in den 1960er- und 70er-Jahren Maler erzielten,
die stark vergrößerte Fotos inklusive der Rasterpunkte
mit dem Pinsel kopierten, kehrt die Fotokünstlerin Finke
um. Sie erzeugt bei der späteren digitalen Bearbeitung
ihres fotografischen Rohmaterials einen „Wie gemalt“-Effekt,
indem sie Konturen auflöst, Unschärfen setzt und
die Farben verstärkt. Die Farben und Formen lösen
sich so ein Stück weit von ihren Trägern und führen
ein das Bild wie ein Muster strukturierendes Eigenleben.
Immer ist das Ausgangsmaterial eine
nicht gestellte Fotografie, das Dokument eines Augenblicks.
Die Bildbearbeitung, beginnend mit der Wahl des Ausschnitts,
hebt das Motiv aus seinem Kontext heraus und gibt ihm eine
Form der Allgemeingültigkeit.
Finkes Bilder – Darstellungen von Menschen
in der Welt der Arbeit, der Freizeit oder des Sports –
irritieren, weil sie zwischen Realität und Fiktion mäandern.
Unschärfen verschleiern Physiognomien, doch schärfen
sie auch den Blick auf Handlungen und Gebärden, auf Kleidung,
Mode oder die Interaktion der Gezeigten. Was wir sehen ist
kein Abbild der Wirklichkeit, sondern ein autonomes Bild aus
digitalen Zeichen, das dennoch auf seine reale Vergangenheit
verweist.
In Finkes künstlerischen Arbeiten geht
es nicht um Verfremdung per se, wichtig bleiben allein die
Motivinhalte. Hinter dem Plakativen entfalten sich die eigentlichen
Geschichten.Die Menschen und Dinge auf Finkes Bildern verkörpern
– nicht ohne Witz oder ironische Brechung - auch Seelenzustände
und Sehnsüchte.
Daniela Finke, geboren in Hannover, lebt
und arbeitet in Berlin. Ihr Werk war bei internationalen Kunstmessen
wie der Art Vienna, der Artfair Scope New York, London und
Miami zu sehen, ist in öffentlichen und privaten Sammlungen
vertreten und wurde mit dem renommierten „ Europäischen
Architekturfotografie-Preis 2005“ ausgezeichnet.
ww.danielafinke.de
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