Daniel Mohrs Bilder sind von einer seltsamen licht durchfluteten
Atmosphäre, seltsam deshalb, weil diese lichte Malerei auf
Leinwand unserer Vorstellung von zeitgenössischen Bildern
zu widersprechen scheint, zu sehr sind wir an die dunkel gemalte,
surreale Welt gewöhnt. Der künstlerische Blick in die
"Welt", so meinen wir, sollte bei der augenblicklichen
Weltlage keine Sonne gestatten.
Aber die Frage nach der inhaltsschweren Bedeutung
der Helligkeit in den Bildern lenkt von der Hauptsache ab: es
handelt sich vor allem um Malerei. Politische Ziele, sozialkritische
Betrachtungen, narrative Strukturen sind weniger das Ziel dieser
Bilder. Sie wollen vor allem Malerei sein.
Malerei als gesehene Realität, nicht als abstrakte Farbbeziehung.
Die Sujets wie Badszenen, Wald- oder Flusslandschaften lassen
die Erzählung zurücktreten.
Daniel Mohr, geboren 1976, studierte an
der Hochschule der Künste Berlin und war Meisterschüler
von Georg Baselitz.